wgXpress - Ratgeber


Tipps für eine erfolgreiche WG-Zimmer- und Wohnungsbesichtigung

Nach intensiver Suche hast Du die erste Hürde übersprungen und endlich einen Besichtigungstermin für Deine Wunsch-WG bzw. Wohnung erhalten. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie verhalte ich mich bei solch einem Besichtigungstermin und wie bereite ich mich perfekt vor. WG-Zimmer und für Studierende geeignete Wohnungen sind in den meisten Universitätsstädten knapp und deshalb heiß begehrt. Auf ein Angebot kommen oft hunderte von Bewerbern. Daher musst Du mit verschiedenen Auswahlverfahren rechnen.

In diesem Ratgeber erfährst Du alles, von der Kontaktaufnahme, der Bewerbung, der richtigen Besichtigung und dem gegenseitigen Kennenlernen bis zu dem, was es bei einem möglichen WG-Casting zu beachten gilt.

Kontaktaufnahme

Hast Du ein passendes Wohnangebot gefunden, dann solltest Du so schnell wie möglich den Kontakt aufnehmen. Zur Vereinbarung des konkreten Besichtigungstermins empfiehlt sich ein persönlicher Anruf bei den WG-Bewohnern bzw. dem Vermieter. Dabei kannst Du schon einige Details erfragen und einen ersten Eindruck von Dir hinterlassen. Nutze daher das Gespräch und erzähle etwas über Dich, damit Du Dich von den Mitbewerbern abhebst. Handelt es sich um eine ausführliche Anzeige, in der schon etwas zum WG-Leben steht und die WG-Mitbewohner sich vorstellen, solltest Du Dich bei Deinem Anruf ebenfalls vorstellen, durchaus auch etwas ausführlicher. Der beste Zeitpunkt für eine Wohnungsbesichtigung liegt an Wochentagen und bei vollem Tageslicht. Insbesondere am Nachmittag erhältst Du einen realistischen Eindruck vom Geräuschpegel im Haus, vom Straßenlärm und den Lichtverhältnissen im WG-Zimmer oder der Wohnung. Kommst Du zur Wohnungsbesichtigung von weit her und hast Angebote für mehrere Objekte, dann ist es natürlich ratsam, mehrere Termine an einem Tag zu vereinbaren. Dabei solltest Du unbedingt genügend Zeit für jede Besichtigung einplanen. Zudem kann es in großen Universitätsstädten wie München, Hamburg, Köln oder Berlin durchaus vorkommen, dass man zur Besichtigung in einer Reihe von bis zu 100 Mitbewerben Schlange stehen muss. Daher sollten sich idealerweise die zu besichtigenden WGs oder Wohnungen in einer gewissen räumlichen Nähe zueinander befinden. Das hat auch den Vorteil, gleich einige Informationen über das Wohnumfeld zu erhalten. Denn ein Gang durch das Wohnviertel verrät viel über die Nachbarschaft, die Nähe zu Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, U-Bahn, Bus- oder Straßenbahnhaltestellen und ob Du Dich mit der Gegend und ihrer sozialen Struktur anfreunden kannst. Viele WGs und Vermieter von Wohnungen bieten gerade in großen Universitätsstädten Gruppenbesichtigungen an. Versuche das Szenario, dass Du mit mehreren Dutzend Mitbewerbern Dich durch die WG bzw. Wohnung drängeln musst und kaum Gelegenheit hast, Deine Fragen zu stellen, zu vermeiden, indem Du einen Einzeltermin vereinbarst.

Vorbereitung

Überlege Dir im Vorfeld des Besichtigungstermins, was Dir am Zimmer bzw. der Wohnung, der WG, dem WG-Leben und den Bewohnern wichtig ist, welche Fragen Du stellen und welche Du keinesfalls beantworten willst usw. Auf den Gesprächsteil solltest Du Dich ähnlich wie auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten und in der Lage sein, Fragen zu beantworten wie beispielsweise: Warum hast Du Dich gerade für unsere WG beworben? Warum bist Du der am besten geeignete Mitbewohner? Wie kannst Du das WG-Leben bereichern? Was sind Deine Stärken und Schwächen? Notiere Dir die wichtigsten Eckdaten aus der Wohnungsanzeige, speichere die Handynummer eines WG-Mitbewohners – dann kannst Du von Unterwegs anrufen, falls Du Probleme hast, die WG zu finden oder Dich verspätest. Informiere Dich auch, welcher Name auf dem Klingelschild der WG steht. Am besten Du fertigst Dir für den Besichtigungstermin eine Checkliste an. Am Ende dieses Ratgebers haben wir für Dich ein paar der wichtigsten Fragen für Deine Checkliste zusammengestellt. Die Checkliste, Notizpapier, Stift, Maßband und eine Digitalkamera solltest Du zur Wohnungsbesichtigung unbedingt mitnehmen.

Begleitperson

Es ist vorteilhaft, wenn Du zur Besichtigung des WG-Zimmers oder der Wohnung eine Begleitperson mitnimmst. Denn vier Augen sehen mehr als zwei. Arbeite Deine Checkliste ab, mach Dir Notizen und Fotos. Bekommst Du keinen Grundriss, dann ist es ideal für den Vergleich mit anderen Angeboten und die spätere Möblierung, wenn Du Dir diesen skizzierst und die wesentlichen Maße einzeichnest.

Was bei einer normalen Wohnungsbesichtigung üblich ist, kann bei der Besichtigung eines WG-Zimmers zur Falle werden. Denn in so mancher WG – vor allem wenn deren Bewohner noch jünger sind – ist das Mitbringen der Eltern oder von Freunden ein absolutes No-Go, genauso wie das Mitbringen von Geschenken oder das Ausmessen des Zimmers. Allgemeingültige Regeln gibt es leider nicht.

Interesse

Wenn Dir das WG-Zimmer und die WG oder die Wohnung zusagen, dann mach das auch gegenüber den Bewohnern bzw. dem Vermieter deutlich. Das ein oder andere persönliche Wort und Lob kommen immer gut an – aber bitte übertreibe dabei nicht. Das stellt sofort Sympathie her und erhöht Deine Chance das WG-Zimmer oder die Wohnung zu bekommen. Nimm Dir Zeit um Dir das Zimmer und die WG bzw. die Wohnung genau anzusehen und vergiss nicht, alle Fragen zu stellen.

Auftreten

Es ist wichtig, dass Du natürlich, offen und nett auftrittst. Bemühe Dich um eine aktive und geradlinige Gesprächsführung. Es kommt gut an, wenn Du schon ein Gespräch mit Deinen potentiellen Mitbewohnern führst, während sie Dir die WG zeigen. Das WG-Leben und Hobbies sind dafür gute Gesprächsthemen. Du erhöhst Deine Chancen auf das freie WG-Zimmer, wenn Du auf Deine potentiellen Mitbewohner eingehst, ihnen Fragen stellst und Interesse daran zeigst, was sie Dir erzählen. Umso besser Dich die aktuellen WG-Bewohner während der WG-Besichtigung kennenlernen, umso besser können sie einschätzen, ob Du in die WG passt. Gefällt Dir das Zimmer und die WG, dann sag Ihnen, dass Dir das Zimmer gefällt und Du es unbedingt haben möchtest. Sei Du selbst, verstelle Dich nicht, sei kommunikativ und antworte wahrheitsgemäß. Es macht keinen Sinn bei einem Besichtigungstermin ein total anderes Bild von sich abzugeben. Denn letztlich müssen die Bewohner einer WG oder einer Hausgemeinschaft zusammen passen, damit das tägliche Zusammenleben auch funktioniert.

WG - Fragen

Wenn Du ein WG-Zimmer besichtigst, solltest Du Dich auf ein intensives Interview ("WG-Casting") zu Deiner Person, Deinen Interessen, Hobbies, Deiner Lebensweise usw. einstellen. Beantworte möglichst alle Fragen der Bewohner bzw. des Vermieters. Im Normalfall läuft das ähnlich einem klassischen Vorstellungsgespräch ab. Manchen WGs reicht das allerdings nicht. Sehr häufig müssen von den Bewerbern Fragebögen mit teilweise skurrilen Fragen ausgefüllt werden und der Nachweis diverser Fähigkeiten (z.B. Koch-, Putz- und Spülkünste) und Eignungen, z.B. in Form eines Rollenspiels, erbracht werden. Es kann aber auch passieren, dass sich die bisherigen WG-Bewohner vorab ganz besonders tolle Spielchen ausgedacht haben, um damit ihrer Meinung nach auch wirklich den richtigen Mitbewohner zu finden. Ein Tipp: egal was beim WG-Casting kommt, bleib authentisch, bleib Du selbst. Mach nur das mit, wobei Du Dich wohl fühlst. Findest Du die Spielchen o.k., dann geh mit Spaß daran und versuche Dich so gut wie möglich zu präsentieren. Ist Dir das zu kindisch oder einfach nur zu blöd, dann brich die Sache ab. Da mit solchen Mitbewohner ein Zusammenleben dann eh keinen Sinn macht, hake die WG ab und suche Dein Glück woanders. Sind Dir Fragen zu persönlich oder gehen Dir Fragen zu weit, dann musst Du darauf nicht antworten. Frage in diesem Fall am besten, warum Deinem Gegenüber diese Frage wichtig ist und begründe ihm dann warum Du seine Frage nicht beantwortest. Versuche die Konservation dabei in ein entspanntes Gespräch überzuleiten. Vergiss dabei nicht, die für Dich wichtigen Fragen zu stellen. Neben allen Fragen zur Wohnung, ist es sehr wichtig, dass Du Dir einen guten Eindruck von Deinen zukünftigen Mitbewohnern verschaffst. So wie die WG-Mitbewohner Dich prüfen, ob Du zu Ihnen passt, musst Du prüfen, ob sie und das WG-Leben zu Dir passen. Handelt es sich bei der WG um eine eher ruhige WG oder wird gern und viel gemeinsam gekocht und gefeiert? Wer ist wann verantwortlich für Küche, Bad und WC, wer reinigt das Treppenhaus, wer ist für den Abwasch zuständig und wer kommuniziert mit dem Vermieter? Prüfe, ob Du Dich mit dem WG-Leben, den Regeln, den Ordnungs- und Sauberkeitsvorstellungen der WG arrangieren kannst oder nicht. Nur dann entsteht eine Win-win-Situation. Sind nicht alle WG-Mitbewohner anwesend, dann frag nach den Gründen ihrer Abwesenheit. Frage Dich am Ende der Besichtigung, ob Du wirklich in dieser WG wohnen möchtest. Gefällt Dir das Zimmer und die potentiellen Mitbewohner, solltest Du dich am Abend nach der Besichtigung oder am nächsten Tag melden. Schreib eine E-Mail oder SMS, in der du Dein Interesse bekundest. Mit einer schnellen Zusage kannst Du meist nicht rechnen. Die WG wird sich zuerst alle Bewerber anschauen und anschließend entscheiden.

Wohnung - Fragebogen

Die Rolle des "WG-Castings" bei der WG-Besichtigung übernimmt bei der Besichtigung einer Mietwohnung üblicherweise ein Fragebogen, die sogenannte Mieterselbstauskunft. Natürlich bist Du rechtlich nicht verpflichtet diesen Fragebogen auszufüllen – aber, machst Du das nicht, dann hast Du kaum eine Chance die Wohnung zu bekommen. Daten wie Name, Beruf/Status, Arbeitgeber/Universität oder Hochschule und Studienfach, Bonität und Zahl der zukünftigen Bewohner (wenn Du beispielweise mit Freund oder Freundin zusammenziehen willst) solltest Du angeben, nicht aber Fragen zum Privatleben beantworten. Vermieter und Wohnungseigentümer verlangen häufig eine Auskunft über die Zahlungsfähigkeit der Interessenten. Sie wollen damit das Risiko eines Zahlungsausfalls verringern. Denn Vermieter und Wohnungseigentümer wollen sicher gehen, dass sie monatlich ihre Miete erhalten. Einkommensnachweis (Kopie der letzten Gehaltsabrechnung, bei Selbstständigen des letzten Steuerbescheids und wer über kein geregeltes eigenes Einkommen verfügt, wie bei den meisten Studierenden üblich, eine Bürgschaft der Eltern), SCHUFA-Auskunft und Mietschuldenfreiheitsbestätigung gelten üblicherweise als Standardunterlagen.

In den großen Universitätsstädten, insbesondere wenn es sich um gefragte Lagen wie beispielsweise im Stadtzentrum und nahe der Uni handelt, reichen diese Unterlagen oft nicht aus. Immer öfters kommt es vor, dass Vermieter eine Bewerbungsmappe ähnlich wie bei der Jobsuche erwarten. In der Regel besteht die Bewerbungsmappe aus einem kurzen Bewerbungsschreiben, in dem Du Deine Motive für die Wohnungssuche darlegst und warum Du Dich gerade für diese Wohnung interessierst, einen kurzer Lebenslauf, dem schon beschriebenen Einkommensnachweis, d.h. dem Nachweis, dass Du Dir die Wohnung überhaupt leisten kannst, der SCHUFA-Auskunft, die etwas über Deine Zahlungsmoral aussagt und die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, die Dir bescheinigt, dass Du keine Mietschulden hast, falls Du schon vorher Mieterin oder Mieter einer Wohnung warst. Allerdings sind Vermieter nicht verpflichtet, eine solche Bescheinigung auszustellen. Achte auf fehlerfreie Texte, ein anspruchsvolles Design und eine hochwertige Mappe, damit sich Deine Bewerbung aus der Masse der Interessierten hervorhebt.

Ähnlich wie beim Bewerbungsgespräch für ein WG-Zimmer, solltest Du Dir vorher schon Fragen überlegen, die man dem Vermieter stellen möchte. Wie groß ist der Balkon, gibt es einen Fahrradkeller, wer wohnt noch im Haus usw.? Wer Interesse an der Wohnung signalisiert, hinterlässt einen besseren Eindruck als jemand, der anteilnahmslos alle Räume der Wohnung betrachtet oder gar Kritik an der Wohnung äußert. Wichtig zu wissen ist, dass neben der Bonität vor allem die Sympathie ausschlaggebend für eine positive Entscheidung des Vermieters ist.

Bei den meisten Wohnungen musst Du zu Beginn des Mietverhältnisses eine Kaution hinterlegen. Damit gewährst Du dem Vermieter einen Pfand für den Begleich etwaiger Mietrückstände oder von Dir verursachter Schäden, für die Du nicht aufkommen kannst oder willst. Die Kaution wird im Mietvertrag festgelegt. Ihre Höhe darf drei Monatsmieten nicht überschreiten. Hat der Vermieter nach Beendigung des Mietverhältnisses keine finanziellen Ansprüche gegen die Mieterin oder dem Mieter, muss er die Kaution mit allen aufgelaufenen Zinsen wieder zurückzahlen.

Solltest Du die Wohnung von einem Makler vermittelt bekommen, dann verlangt dieser für seine Tätigkeit als erfolgsabhängiges Entgelt (Maklercourtage oder Vermittlungsgebühr) eine Provision. Seit dem 01. Juni 2015 gilt das Bestellerprinzip. Danach bezahlt derjenige den Makler, der dessen Dienste bestellt hat. Beauftragt der Vermieter einen Makler mit der Vermarktung seiner Wohnung, dann muss der Vermieter als Besteller des Maklers die Provisionszahlung leisten. Alle Angebote auf wgXpress sind provisionsfrei, d.h. sind ohne irgendeine Maklercourtage oder Vermittlungsgebühr!

Kleidung

Bekanntermaßen ist der erste Eindruck ziemlich wichtig. Achte daher auf Dein äußeres Erscheinungsbild. Du und Deine Begleitperson sollten zu einem Besichtigungstermin immer pünktlich, gepflegt und im passenden Outfit erscheinen. Mit einem gepflegten Auftreten unterstreichst Du auch optisch Deine Ambitionen und wirst als seriös, sympathisch und vertrauenserweckend wahrgenommen. Bleib dabei aber Du selbst. Zieh nur das an, worin Du Dich auch wohl fühlst und in dem Du am besten Selbstbewusstsein ausstrahlen kannst.

Übergabeprotokoll & Vereinbarungen

Beachte, dass Du alle erst später erkannten Mängel am WG-Zimmer bzw. der Wohnung nicht mehr reklamieren kannst. Deshalb erfasse sie akribisch, fotografiere sie und halte sie im Übergabeprotokoll fest. Fixiere auch alle getroffenen Vereinbarungen schriftlich. Wenn nicht im Mietvertrag geregelt, solltest Du mit den WG-Bewohnern unbedingt vereinbaren, wie mit Haftungsschäden gegenüber dem Vermieter umgegangen wird, welche Kündigungsfristen für das WG-Zimmer gelten, wie die Kaution und evtl. Anschaffungskosten (z.B. für die Einbauküche) aufgeteilt werden und wie mit den Nachzahlungen von Nebenkosten und den Kosten für Renovierungsarbeiten umgegangen wird.

Mietvertrag

Wie bei jeder Vertragsunterzeichnung solltest Du auch beim Mietvertrag den kompletten Vertragstext gründlich lesen. Wenn Dir die juristischen Feinheiten zu kompliziert sind, dann lass Dich beraten (z.B. vom Mieterbund). Für den Mietvertrag gibt es keine gesetzlich geregelt Form. Die wichtigsten Punkte, die er enthalten sollte sind: wer zieht wo ein, Aussagen zur Miete, den Nebenkosten und der Dauer des Mietverhältnisses. Weiterhin muss der Begriff „Wohngemeinschaft“ im Mietvertrag auftauchen. In der Regel sind Mietverträge unbefristet. Es gibt aber auch Fälle, in denen der Mieter an eine Mindestmietdauer gebunden ist. Das kann zu erheblichen Mehrkosten führen, falls Du Dich innerhalb der Frist zu einem Umzug entscheidest.

Bei Wohngemeinschaften sind drei Varianten von Mietverträgen üblich. Welche davon für die WG zur Anwendung kommt, liegt in der Entscheidung des Vermieters.

Hauptmieter und Untermieter

In den meisten Fällen gibt es einen Hauptmieter und alle anderen WG-Bewohner sind Untermieter. In diesem Fall muss der Hauptmieter die anderen Mitbewohner als Untermieter in den Mietvertrag aufnehmen, d.h. mit jedem WG-Bewohner einen separaten Untermietvertrag abschließen. Der Hauptmieter trägt die volle Verantwortung für die WG, u.a. haftet er gegenüber dem Vermieter für die Mietzahlungen. Zieht zum Beispiel ein WG-Bewohner aus, haftet allein der Hauptmieter dafür, dass der volle Mietbetrag überwiesen wird. Auf der anderen Seite kann sich der Hauptmieter die WG-Mitbewohner selbst aussuchen. Ein Nachteil für die WG-Bewohner in Untermiete ist, dass sie bei Auszug des Hauptmieters auf das Wohlwollen des Vermieters angewiesen sind. Achte daher darauf, dass in Deinem Mietvertrag schriftlich festgehalten wird, dass Du in der WG bleiben kannst, wenn der Hauptmieter auszieht. Erkundige Dich, wer die Kaution zahlt. Üblich ist, dass jeder Mitbewohner anteilig einen Teil der Kaution zahlt.

Alle sind Hauptmieter

Die zweite Variante eines Mietvertrages für einen WG ist die, wo jeder WG-Bewohner als Hauptmieter im Mietvertrag eingetragen ist. Alle WG-Mitbewohner unterschreiben den Mietvertrag mit dem Vermieter und sind somit gleichberechtigt, d.h. haben die gleichen Rechte und Pflichten. Das klingt gut, hat aber einen großen Nachteil. Alle WG-Bewohner können das Mietverhältnis nur gemeinsam kündigen, niemand kann daher allein ausziehen. Wer einfach auszieht, bleibt dem Mietvertrag gemäß Mieter und muss weiter seine Miete zahlen. Zieht ein Mitbewohner aus, gibt es in jedem Fall einen neuen Mietvertrag, bei dem der Vermieter z.B. auch die Miete erhöhen kann. Um das zu vermeiden, sollte im Mietvertrag stehen, dass die WG berechtigt ist, die Mitbewohner auszutauschen. Wer dann ausziehen will, muss sich um einen Nachmieter kümmern. Wichtig ist, dass bei dieser Variante alle WG-Mitbewohner gesamtschuldnerisch für die Miete haften. Zahlt ein Mitbewohner nicht, so müssen die anderen für ihn aufkommen.

Einzelmietverträge

Es gibt aber auch die Variante, dass für jedes WG-Zimmer ein Einzelmietvertrag besteht. Dieser regelt genauso wie beim Mietvertrag für eine Wohnung alle Rechte und Pflichten des Mieters. Damit ist der Mieter nur für sein eigenes Zimmer haftbar, hat aber auch keinen Anspruch auf Mitbestimmung bei der Auswahl der WG-Bewohner. Allein der Vermieter entscheidet, wer in ein frei gewordenes Zimmer einzieht. Einzelmietverträge bedeuten für den Vermieter einen deutlich höheren Verwaltungsaufwand. Daher ist die Variante nur einen Hauptmieter einzutragen die bevorzugte Variante.

Um häufige Mieterwechsel auszuschließen, hat der Gesetzgeber den Vermietern im Mietrecht die Möglichkeit eingeräumt, im Mietvertrag einen beidseitigen (Vermieter und Mieter) Kündigungsschutz zu vereinbaren. Bei einem WG-Mietvertrag sollte darauf unbedingt verzichtet werden, denn eine solche Klausel kann den Kündigungsverzicht auf bis zu vier Jahren festlegen. Da im Regelfall kein Studierender weiß, wie lange er am Studienort verweilt, sollte für ein WG-Zimmer auch kein Zeitmietvertrag abgeschlossen werden. Eine Ausnahme stellt hier nur die Zwischenmiete für einen klar definierten Zeitraum, beispielsweise für ein Praktikum, dar. Für eine WG kommt daher nur ein Standard-Mietvertrag mit der gesetzlichen Kündigungsfrist von drei Monaten in Frage.

Haftung

Gegenüber dem Vermieter haftet für Schäden in der Wohnung immer der Vertragspartner. Geld für etwaige Reparaturen – egal wer sie verursacht hat – verlangt der Vermieter immer von dem, mit dem er den Mietvertrag abgeschlossen hat. Es liegt allein in der Verantwortung des Hauptmieters den wahren Schuldigen zur finanziellen Verantwortung zu ziehen. Daher sollte eine Regelung zu Haftungsschäden für alle WG-Mitbewohner schriftlich fixiert werden.

Einige wichtige No-Gos im WG-Leben

Hat man ein WG-Zimmer gefunden und das WG-Casting erfolgreich bestanden, steht dem WG-Leben nach dem erfolgten Einzug nichts mehr im Weg. Jetzt heißt es aber auch, sich an die Regeln des WG-Lebens zu halten. Tut man das nicht, läuft man Gefahr schneller wieder draußen zu sein, als man rein gekommen ist. Deshalb hier die wichtigsten No-Gos im WG-Leben:

  • Rauchen in der WG,
  • Rücksichtslosigkeit,
  • Zu viel Dreck machen,
  • Ungefragt Zimmer untervermieten,
  • Sachen klauen,
  • Nicht abspülen,
  • Immer Party machen wollen,
  • Nicht an Regeln halten,
  • Essen aus Kühlschrank klauen.

wgXpress hat für Eure Checkliste einige der wichtigsten Fragen bei der WG- bzw. Wohnungsbesichtigung zusammengestellt

Einige wichtige Fragen zum WG-Zimmer und zur WG bzw. zur Wohnung

  • Wie ist das WG-Zimmer bzw. die Wohnung geschnitten?
  • Wird der nutzbare Raum durch Dachschrägen oder eine ungünstige Raumaufteilung (Fenster, Türen, Heizkörper) eingeschränkt?
  • Ist genügend Platz für meine Möbel vorhanden?
  • Ist das WG-Zimmer bzw. die Wohnung hell oder dunkel?
  • Welchen Eindruck macht die WG? Wie sind Ordnung und Sauberkeit?
  • In welchem Zustand ist das Zimmer, die WG bzw. die Wohnung?
  • Wie sind die Qualität und der Zustand von Wänden, Fußböden, Fenstern, Türen, Lichtschaltern, Steckdosen, Sanitäranlagen?
  • Welche Abnutzungserscheinungen gibt es an Wänden, Fußböden, Türen etc.? Sind Schimmel- oder Wasserflecken vorhanden? Gibt es verdeckte Mängel?
  • Wie groß ist der Renovierungsbedarf?
  • Wie wird geheizt? Ist ein Energieausweis vorhanden?
  • Von welcher Qualität sind Heizungs- und Warmwasseranlage?
  • Reicht die Zahl der Steckdosen für die persönlichen Bedürfnisse?
  • Gibt es Internet- (WLAN-) und Telefonanschluss, Kabel- oder Satellitenanschluss?
  • Gibt es einen Keller, Dachboden, Abstellraum oder Fahrradkeller?
  • Verfügt die WG über eine Waschmaschine, einen Trockner und einen Geschirrspüler zur Mitbenutzung?
  • Gibt es in der Wohnung eine Einbauküche oder andere Dinge, die übernommen werden müssen (Abstandszahlung)?
  • Ist das Haus hellhörig?
  • In welchem Zustand ist das Treppenhaus?
  • Gibt es einen Aufzug?
  • Gibt es einen Hausmeisterservice?
  • Ist ein Pkw-Stellplatz vorhanden?
  • Wie hoch sind Miete und Nebenkosten?
  • Wie sind die Mietverhältnisse geregelt? Bin ich bei einem WG-Zimmer Mieter oder Untermieter?
  • Ist der Mietpreis durch Ausstattung und Lage des Mietobjekts gerechtfertigt? Beachte aber, dass in vielen Großstädten vornehmlich die Lage und weniger die Ausstattung zählt!

Einige wichtige Fragen zum Umfeld

  • Wie sieht die Umgebung aus? Wie ist das soziale Umfeld?
  • Welchen Eindruck machen die Nachbarn? Wirken sie sympathisch?
  • Liegt die WG bzw. die Wohnung günstig zur Uni, zur Mensa und zur Bibliothek?
  • Wie ist die Verkehrsanbindung: Nähe zu U-Bahn, Bus- oder Straßenbahnhaltestellen?
  • Entspricht die Infrastruktur Deinen Vorstellungen? Welche Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, Studentenkneipen, Szene-Lokale etc. gibt es in der Nähe?
  • Wie ist die Parkplatzsituation?

Einige wichtige Fragen zur WG und ihren Bewohnern/innen

  • Wie ist die Ordnung und Sauberkeit der WG?
  • Handelt es sich bei der WG um eine ruhige WG oder wird gern und viel gemeinsam gekocht und gefeiert?
  • Welche Bereiche der WG dürfen genutzt werden, welche nicht?
  • Welchen Eindruck machen die WG-Bewohner/innen? Entspricht deren Zusammensetzung (Alter, Geschlecht, Nationalität) meinen Vorstellungen? Wirken sie gepflegt?
  • Sind mir die Mitbewohner/innen sympathisch?
  • Wie oft wechseln die Mitbewohner/innen?
  • Wie werden aktuelle Anliegen & Probleme in der WG kommuniziert?
  • Wie sehen die WG-Regeln aus?
  • Wie sehen die Putzpläne aus? Wer ist wann verantwortlich für Küche, Bad und WC, wer reinigt das Treppenhaus, wer ist für den Abwasch zuständig?
  • Wie sind die Mietzahlungen geregelt?
  • Wer kommuniziert mit dem Vermieter?
  • Wie sehen die Regeln zu Übernachtungen von Freunden und Bekannten aus?
  • Welche Regeln gibt es für Partys?
  • Was wird von mir sonst erwartet?

Mit unseren Ratgebern

wollen wir Euch gut auf das Projekt Wohnraumsuche am Hochschulort vorbereiten.

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