Druck- und
Bindepreisvergleich

Vorbereitung eines Dokuments für den professionellen Druck

Stellt man an die Druckqualität eines Dokumentes, wie zum Beispiel seiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit, höchste Anforderungen, dann kommt man an einem professionellen Druck auf einer Offsetdruckmaschine nicht herum. Die Vorbereitung des Dokuments für den Druck sollte in diesem Fall in enger Abstimmung mit der Druckerei erfolgen. Innerhalb des Herstellungsprozesses der Druckexemplare besteht die Aufgabe der sogenannten Druckvorstufe darin, Texte, Bilder und Grafiken zu Druckvorlagen für den Vierfarbendruck zusammenzufassen. Das Endprodukt ist heute eine PDF/X-Datei, die im Rahmen des Desktop-Publishing (DTP; computergestütze Layout- und Seitenmontage für die Erstellung von Katalogen, Zeitschriften, Büchern, Prospekten etc.) mit Layoutprogrammen wie z.B. Adobe® InDesign® oder QuarkXPress erstellt wird. Für wissenschaftliche Texte mit hohen Ansprüchen an die typografische Qualität, insbesondere von mathematischen Formeln, wird meistens das freie Satzsystem LaTeX verwendet. Die meisten Layout- und einige Textverarbeitungsprogramme ermöglichen einen direkten Export von PDF/X-Dateien. Dabei steht das X für exchange (englisch für Austausch) und bedeutet, dass diese spezielle PDF-Datei nach genormten Vorgaben (ISO 15930-1 bis 8) für die Druckindustrie erstellt wurde.

Das PDF-Format (englisch Portable Document Format) ist ein von Adobe Systems, Inc. entwickeltes plattformunabhängiges Dateiformat für komplexe Dokumente, die im Allgemeinen aus Text, Vektor- und Rastergrafiken bestehen können. Unabhängig vom ursprünglichen Anwendungsprogramm mit dem die PDF-Datei erstellt wurde, vom Betriebssystem oder von der Hardwareplattform, sieht ein PDF-Dokument auf allen Ausgabegeräten exakt gleich aus, egal, ob der Autor und Empfänger dieser PDF-Datei dieselbe Soft- und Hardware verwenden. Neben Text, kann eine PDF-Datei eine Vielzahl verschiedener Elemente wie ausfüllbare Formulare, Pop-up-Kommentare, Audio- und Videomaterial beinhalten. Zur Erleichterung des Datenaustausches in der digitalen Druckvorstufe wird durch PDF/X der den Anforderungen an Druckvorlagen genügende Teil von PDF standardisiert. Dabei werden alle die Elemente von PDF ausgeschlossen, die die Kontrolle des Druckergebnisses beeinträchtigen oder nicht sinnvoll druckbar sind (beispielsweise Audio- und Videomaterial) sowie zahlreiche Angaben wie Schriften, Farben, Formatierungen etc. vorgeschrieben, die für den Austausch der Daten in der Druckvorstufe notwendig sind. Darüber hinaus unterstützt PDF/X den Farbmanagement-Prozess (CM: englisch Color Management) der Farben von Bildern möglichst genau durch alle Verarbeitungsstufen vom Eingabe- zu Ausgabegerät (digitaler Workflow) transportiert.

Ziel dieser Normen ist es, Probleme beim Austausch von Dateien zwischen verschiedenen Programmen und Plattformen weitestgehend zu vermeiden, d.h. eine medienneutrale Druckdatenproduktion zu ermöglichen. Das PDF-Format hat in der Druckindustrie nahezu vollständig das PostScript-Format ersetzt. Es bietet die Möglichkeit alle Schriften, Formatierungen, Farben, Bilder und Grafiken einzubetten und ermöglicht einen plattformübergreifenden Datenaustausch.

Daher werden im Regelfall die Texte als PDF-Dateien mit allen Schriftfonts an die Druckerei übergeben. Vor der Weitergabe von Fonts sollte unbedingt die rechtliche Situation geklärt werden. Bilder sollten als RGB-Bilder entweder im TIFF- oder im JPEG-Format (bei geringstmöglicher Komprimierung, da sonst Qualitätsverluste auftreten) vorliegen, wobei die Auflösung 300 ppi bei Originaldruckgröße betragen sollte. Ob andere Formate wie EPS, GIF oder BMP möglich sind, sollte man direkt bei der Druckerei erfragen. Innerhalb der Druckvorstufe wird dann aus diesen Daten eine druckfähige PDF/X-Datei erstellt.

Nur wer über hinreichend Erfahrungen im Umgang mit einem modernen Layoutprogramm verfügt und einen durchgängigen Farbmanagementprozess (der Farben von Bildern möglichst genau durch alle Verarbeitungsstufen vom Eingabe- zu Ausgabegerät (digitaler Workflow) transportiert) installiert hat, sollte selbst die drucktaugliche PDF-Datei seines Dokumentes erstellen. Neben den Bildern, Grafiken und eingebetteten Schriften, bedarf ein druckfähiges PDF einer Vielzahl von Informationen wie z.B. über die Verwendung von Sonderfarben bei Logos. Dabei erlauben die modernen Layoutprogramme schon im Rahmen der Layouterstellung Konflikte mit den Anforderungen der Normen, mit Farbräumen, Farbprofilen oder der Auflösung von Bildern zu erkennen (Life-Preflight) oder Softproofs (RGB-Bilder so darzustellen, wie sie im Druck aussehen ohne sie schon in den CMYK-Farbraum des Druckers zu konvertieren) zu erstellen. Die Daten werden zum Schluss in die druckfähige PDF/X-Datei exportiert, ohne dass zum Beispiel Transparenz (z.B. Schlagschatten unter einem Text) reduziert werden muss, wie das bei Verwendung des PostScript der Fall war. Diese PDF/X-Datei wird in der Druckerei von der Adobe® PDF Print Engine (APPE) verarbeitet, die auch ein Color Management Module (CMM) enthält. Damit ist es möglich, alle Daten medienneutral durch den gesamten digitalen Workflow zu transportieren.

Auf Grund der Komplexität bei der Erstellung von Druckdaten sollen und können diese kurzen Hinweise lediglich dazu dienen, die Kommunikation mit den auf diesem Gebiet professionell tätigen Grafikdesignern, Mediengestaltern und Druckvorstuflern zu erleichtern.

Autor: Lutz Wendler

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